- Firmenkonkurse sind ein Nachlauf-Indikator im Konjunkturverlauf
- Der Espace Mittelland ist von der Gesamtkonkurszunahme am stärksten betroffen (+118%) – dies ist jedoch v.a. auf die strikte Anwendung des Artikels OR 731b im Kanton Solothurn zurückzuführen
- Am wenigsten von der Konkurszunahme betroffen sind die Ostschweiz (+4%) und die Genferseeregion (+5%)
- Bei den Neugründungen beobachtete D&B eine Zunahme – mit insgesamt 5939 Firmenneugründungen wurden in den ersten beiden Monaten 2010 5% mehr Firmen neu im Handelsregister eingetragen als während derselben Vorjahresperiode
- Nur 24% der Unternehmen schützen sich gegen Zahlungsausfälle und Debitorenverluste
Urdorf, 4. März 2010 – In den ersten zwei Monaten gingen insgesamt 1003 im Handelsregister eingetragene Firmen in Konkurs. Dies entspricht einer Zunahme von +39% gegenüber 2009. Auf Insolvenz sind 748 Firmenkonkurse zurückzuführen, dies entspricht einer Zunahme von 23%. Der Espace Mittelland ist mit einer Zunahme von 118% am stärksten von der Konkurszunahme betroffen. Da der Kanton Solothurn offensichtlich seit Beginn 2010 den Artikel OR 731b strikt umsetzt, ist ein wesentlicher Bestandteil der Konkurszunahme in dieser Region auf die konkursamtlichen Liquidationen zurückzuführen. Am positiven Ende der Konkurszunahmerangliste befinden sich die Ostschweiz (+4%) und die Genferseeregion (+5%).
Erfreulich präsentiert sich die Situation bei den Neugründungen. In den ersten beiden Monaten 2010 wurden insgesamt 5939 Firmen neu im Handelsregister eingetragen. Im Vergleich mit den Monaten Januar und Februar 2009 entspricht dies einer Zunahme von 5%. Ein Blick auf die Regionen zeigt, dass die Nordwestschweiz mit einer Zunahme der Neugründungen um 17% an der Spitze der Neugründungszunahmetabelle liegt. Demgegenüber verzeichnete das Tessin einen Rückgang der Firmenneugründungen um -6%. D&B hat ermittelt, dass sich nur 24% der Unternehmen gegen Zahlungsausfälle und Debitorenverluste schützen.
Überblick Firmenkonkurse per Ende Februar 2010
Die Gesamtzahl an Firmenkonkursen ist bereits in den ersten zwei Monaten des Jahres 2010 auf über Tausend gestiegen. Der Trend zu mehr Firmenkonkursen geht also auch im neuen Jahr weiter. Wie bereits im 2009 zeigt sich auch im 2010, dass rund ¾ der Konkursfälle durch Insolvenz ausgelöst wurden und ¼ der Firmenkonkurse im 2010 auf den neuen Artikel OR 731b zurückzuführen sind. Zusätzlich gilt es in Betracht zu ziehen, dass der Gesamt-Firmenbestand im Handelsregister durch den Neugründungsboom in den letzten Jahren angestiegen ist, was ein Teil der Konkurszunahme erklärt.
Neues Recht im Umgang mit Gesellschaften mit einem Mangel in der Organisation – Artikel OR 731b
Das neue Recht regelt den Umgang mit Gesellschaften, die einen Mangel in ihrer Organisation aufweisen, und ist seit dem 1. Januar 2008 in Kraft. Gemäss Artikel OR 731b kann ein Aktionär, ein Gläubiger oder der Handelsregisterführer beim Richter beantragen, die erforderlichen Massnahmen zu ergreifen. Eine dieser möglichen Massnahmen ist, dass der Richter die Gesellschaft auflöst und ihre Liquidation nach den Vorschriften über den Konkurs anordnet. Konkursfälle können somit durch zwei verschiedene Ereignisse ausgelöst werden. Entweder eine Gesellschaft ist zahlungsunfähig und kann ihre Schulden nicht mehr begleichen (Insolvenz) oder es besteht der oben erwähnte Organisationsmangel (OR 731b).
D&B veröffentlicht seit Januar 2010 jeweils die Firmenkonkurse im Jahresvergleich und eine detaillierte Übersicht, in welcher sowohl die Gesamtfirmenkonkurszahlen als auch die Insolvenzen und die OR 731b-Fälle je Kanton separat ausgewiesen werden.
Gesamtübersicht Firmenkonkurse (2009/2010)
Ein genauer Blick auf die Gesamtübersicht Firmenkonkurse im 2010 zeigt, dass sich die Lage in den einzelnen Kantonen und Regionen sehr unterschiedlich präsentiert. Auffällig sind z.B. die Zahlen des Kantons Solothurn. Sowohl die Anzahl Insolvenzen als auch die Konkursfälle gem. Artikel OR 731b haben im Kanton Solothurn stark zugenommen. Der geringe Vorjahreswert relativiert jedoch die prozentuale Zuwachsrate der Fälle gem. Artikel OR 731b, so dass diese nur mit Vorsicht betrachtet werden sollte.
Demgegenüber konnten die Kantone Uri, St. Gallen, Thurgau und Wallis in den ersten beiden Monaten des Jahres 2010 sogar eine Abnahme der Gesamtfirmenkonkursfälle registrieren. Insbesondere beim Kanton Uri sollte man aber auch die sehr tiefen absoluten Zahlen beachten. Dadurch relativiert sich zumindest die prozentuale Abnahme im Vergleich zur selben Vorjahresperiode markant.
Überblick Firmenneugründungen per Ende Februar 2010
Mit insgesamt 5939 Neugründungen im Januar und Februar 2010 wurden 5% Firmen mehr neu im Handelsregister eingetragen als im Januar und Februar 2009. Diese positive Zahl lässt Hoffnung schöpfen, dass sich die prognostizierten Konjunktur-Aufhellungen weiter in hohen Neugründungszahlen zeigen.
Wie bei den Firmenkonkursen gibt es auch bei den Neugründungen markante Unterschiede zwischen den einzelnen Regionen. In der Nordwestschweiz wurden in den ersten zwei Monaten 2010 insgesamt 17% mehr Firmen neu im Handelsregister eingetragen als im Januar und Februar 2009. Damit liegt die Nordwestschweiz an der Spitze der Neugründungszunahmetabelle. Mit einem Rückgang der Firmenneugründungen um -6% platziert sich das Tessin am anderen Ende dieser Rangliste.
Interessant ist, dass auch innerhalb der einzelnen Regionen sehr starke Unterschiede vorhanden sind. Wenn man die Kantone betrachtet, befinden sich sowohl der beste wie auch der schlechteste Kanton betreffend Firmenneugründungszunahme in der Ostschweiz. Mit einer Zunahme der Neugründungen um 119% liegt der Kanton Schaffhausen mit grossem Abstand an der Spitze. Im Gegensatz dazu verzeichnete der Kanton Appenzell-Ausserrhoden einen Rückgang der Neugründungen um -30%. Prozentuale Abweichungen sind gerade bei kleineren Kantonen mit Vorsicht zu geniessen.
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Dun & Bradstreet (Schweiz) AG
Dun & Bradstreet (Schweiz) AG ist ein Unternehmen der Bisnode Gruppe und gehört zum weltweiten D&B Netzwerk, dem Weltmarktführer für Wirtschaftsinformationen und Firmenbewertungen. Unternehmen aus allen Branchen nutzen die Daten und Lösungen von D&B zur Bonitätsprüfung, bei der Kundengewinnung und im strategischen Einkauf. Basis dafür ist die D&B Datenbank mit Informationen über 800’000 Schweizer Unternehmen und mehr als 160 Millionen Unternehmen weltweit. In die Bonitätsbewertung der Firmen fliesst auch deren Zahlungsverhalten ein. Dazu wertet D&B alleine in der Schweiz jährlich rund 9 Millionen Rechnungen aus. Die Zuordnung aller Informationen zu den Unternehmen ist durch die von D&B eingeführte D-U-N-S® Nummer eindeutig. Die D-U-N-S® Nummer wird unter anderem von der Europäischen Kommission und der ISO als Standard eingesetzt und empfohlen und von namhaften Grossunternehmen und Banken in der Schweiz bei der Identifikation von Kunden und Lieferanten im Risikomanagement genutzt.