2009-12-07
Zahlungsmoral im November so gut wie seit Februar nicht mehr
Die Erholung der deutschen Wirtschaft spiegelt sich in der Zahlungsmoral der Unternehmen wider: Im November war sie so gut wie seit Jahresbeginn nicht mehr. Der im Auftrag der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX erstellte D&B-Zahlungsindex zog im November deutlich an und stieg damit zum fünften Mal in Folge.
D&B-Geschäftsführer Thomas Dold warnte am Montag in Darmstadt allerdings vor zu viel Euphorie: "Trotz des leichten Aufschwungs haben viele Unternehmen die Krise noch nicht überstanden." Er sieht nach wie vor die Gefahr eines deutlichen Anstiegs bei den Insolvenzen. "Da viele Branchen ihr Geschäft vorfinanzieren müssen, droht eigenkapitalschwachen Unternehmen ohne ausreichende Kreditlinien die Zahlungsunfähigkeit."
Der D&B-Zahlungsindex legte im November auf 79,26 (Oktober: 78,88) Punkte. Höher stand der Indikator zuletzt im Februar dieses Jahres. Der Index sagt aus, dass im November knapp 80 Prozent der beobachteten Unternehmen ihre Rechnungen pünktlich bezahlten. Der Indikator wird seit Anfang des Jahres auf Monatsbasis veröffentlicht und fiel dabei von Januar bis Mai deutlich - seit Juni erholt er sich allerdings wieder, wobei der Anstieg im November der stärkste bisher war. Die durchschnittliche Verzugszeit lag im November wie im Vormonat bei 9,49 Tagen.
Besonders hervor zu heben ist die überdurchschnittliche Erholung der Zahlungsmoral im Vergleich zum Vormonat bei Verlagen und Druckereien (+0,71 Prozentpunkte), Banken (+0,63 Prozentpunkte) und dem Handwerk (+0,56 Prozentpunkte).
Zahlen November (Auswahl):
Banken (85,55 Prozent zu 84,92 im Vormonat)
Verlage und Druckereien (79,77 Prozent zu 79,06 im Vormonat)
Handwerk (78,79 Prozent zu 78,23 im Vormonat)

Christian Noack
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