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2009-02-23

Weltweite Pleitewelle erfasst nun auch die Schweiz

Firmenkonkurse: Negativrekord mit 375 Konkursen im Januar 09. Neugründungen: Historischer Tiefststand im Januar 09. Betroffene Kantone: Luzern, Tessin und Zürich leiden am stärksten. Konkursgefährdete Branchen: Textil- und Bekleidungsindustrie, Maschinenbau sowie Finanzen und Versicherungen. Prognose 2009: 4`500 Firmenkonkurse, 34`000 Neugründungen

Die weltweite Pleitewelle erfasst nun auch die Firmen in der Schweiz. Seit Einführung der Konkursstatistik gab es im Monat Januar noch nie so viele Firmenkonkurse wie in diesem Jahr. Im Januar 2009 meldeten 375 Firmen Konkurs an. Dies sind 27 Prozent mehr als noch im Vorjahr. Damit stieg die Zahl der Firmenkonkurse bereits zum fünften Mal in Folge sprunghaft an. Denn seit September 2008 nehmen die Konkurszahlen gegenüber dem Vorjahr jeden Monat um fast 20 Prozent zu. Die Folgen der weltweiten Krise spüren nun auch die Neugründer. Im Januar 2009 sank die Zahl der Neugründungen auf den historischen Tiefststand von 2`650 Neueintragungen: In den vergangenen zehn Jahren gab es im Monat Januar noch nie so wenig Firmengründungen wie zu Beginn dieses Jahres.

Fürs kommende Jahr erwartet die Wirtschaftsauskunftei Dun & Bradstreet ein Ansteigen der Firmenkonkurse auf über 4`500 Fälle und ein Rückgang der Gründungen auf unter 34`000 Neueintragungen. Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Das Jahr 2009 wird für die gesamte Wirtschaft ein schwieriges Rezessionsjahr werden. Der Nachfragerückgang schlägt nun auch auf die Absatz- und Ertragszahlen der Unternehmen durch. Als Folge davon müssen viele von ihnen die Geschäftserwartungen nach unten korrigieren und Massnahmen einleiten, die zum einen die Kosten senken und zum anderen das Überleben sichern. Dazu zählen beispielsweise die Kurzarbeit, der Abbau von Personal – insbesondere Temporärstellen – sowie die Sicherung der Liquidität. Zudem müssen immer mehr Unternehmen damit rechnen, dass sie schwerer an Kredite kommen und die Darlehens- beziehungsweise Kreditkosten steigen. Substanziell in ihrer Existenz bedroht sind vor allem Unternehmen, die den Umsatz- und Ertragsrückgang nicht mehr über ihre Eigenkapitalbasis auffangen und ihre Liquidität ohne Fremdmittel sicherstellen können. Das Gefährliche an dieser Entwicklung ist, dass immer mehr Unternehmen aufgrund der eigenen Liquiditätsprobleme den Lieferantenkredit in Anspruch nehmen und damit eine Negativspirale in Gang setzen, die das Forderungsausfall- und Konkursrisiko beinahe exponentiell erhöhen.

Betroffene Kantone in 2009

Wen trifft die Krise besonders und wer ist immun? Besonders betroffen sind von den grösseren Kantonen Luzern, Tessin, Zug, Zürich, Waadt und Wallis. Mit Ausnahme der Kantone Zürich, Waadt und Wallis standen sie schon im vergangenen Jahr punkto Konkurszunahme an der Spitze. Zug und Zürich spüren die Auswirkungen der Finanzkrise bei den Finanz- und Versicherungsunternehmen sowie den Holding- und Investmentgesellschaften direkt, dagegen nehmen im Kanton Luzern vorwiegend die Konkurse im Einzelhandel, im Handwerk und im Autogewerbe stark zu. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei den Gründungen – mit einer Ausnahme bei den grösseren Kantonen. Im Wallis hält der Gründungsboom noch an, wenngleich mit geringeren Wachstumsraten.

Konkursgefährdete Branchen in 2009

Welche Branchen spüren die Krise besonders stark und wer trotzt der allgemeinen Schwäche? Wie sich schon gegen Ende 2008 abzeichnete, werden insbesondere die Textil- und Bekleidungsindustrie, das Druck- und Verlagsgewerbe, der Maschinenbau, die Finanz- und Versicherungsunternehmen sowie die Holding- und Investmentgesellschaften den Abschwung spüren. Auch die Einzelhändler sowie das Auto- und Gastgewerbe dürften unter merklich steigenden Konkursen zu leiden haben. Besser sehen die Aussichten für die Chemie- und Pharmaindustrie sowie die Präzisions- und Uhrenindustrie aus.

Dun & Bradstreet (D&B)
D&B ist die in der Schweiz und weltweit führende Informationsquelle für Wirtschaftsinformationen, Bonitätsauskünfte und Firmenbewertungen. Unternehmen aus allen Branchen nutzen die Daten und Lösungen von D&B zur Bonitätsprüfung, bei der Kundengewinnung und im strategischen Einkauf. Basis dafür ist die D&B Datenbank mit Informationen über 500`000 Schweizer Unternehmen und mehr als 140 Millionen Unternehmen weltweit. In die Bonitätsbewertung der Firmen fliesst auch deren Zahlungsverhalten ein. Dazu wertet D&B alleine in der Schweiz jährlich rund 3,5 Millionen Rechnungen aus. Die Zuordnung aller Informationen zu den Unternehmen ist durch die von D&B eingeführte D-U-N-S® Nummer eindeutig. Die D-U-N-S® Nummer wird unter anderem von der Europäischen Kommission und der ISO als Standard eingesetzt und empfohlen und von namhaften Grossunternehmen und Banken in der Schweiz bei der Identifikation von Kunden und Lieferanten im Risikomanagement genutzt
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